Kalenderblatt vom 25. Februar 2018

Losung

Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Stütze, Gnade und Treue treten vor dein Angesicht.

Psalm 89,15

Lehrtext

Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.

Matthäus 5,10

Aktuelle Woche

Kirchliche Woche

Sonntag, 25. Februar 2018 bis Samstag, 03. März 2018

Wochenspruch

Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. (Röm 5, 8)

Feiertag

Reminiscere

Erklärung

Der Name des Sonntags Reminiscere leitet sich vom Beginn der lateinischen Antiphon ab: "Reminiscere miserationum tuarum, Domine, et misericordiarum tuarum quae e saeculo sunt." (Ps 25, 6)
Der Sonntag Reminiscere hat das Gleichnis von den bösen Weingärtnern zum Thema. Es geht dabei um das Verhältnis zwischen Gott und Mensch. Wohl wissend, was sie tun, bringen die Weingärtner den Sohn des Besitzers um, hoffend, dass sie dann den ganzen Besitz für sich einstreichen können. Ganz offensichtlich soll das Gleichnis darauf hindeuten, dass die Menschen, die eine Verantwortung von Gott übertragen bekommen haben (jeder), das ihnen Anvertraute lieber als ihr Eigentum ansehen wollen und dabei die Rechte Gottes zu mißachten (und damit auch seine Macht). Die Frage dieses Sonntags und dieser Woche ist daher die nach unserem Verhältnis zu Gott. Sie wird allerdings schwierig zu beantworten sein, denn wie mißt man ein solches Verhältnis? Sobald man zu messen beginnt, ist man ja nicht mehr Betroffener, sondern "Richter", und stellt sich damit jenseits dessen, was einen zutiefst persönlich angeht. Und das kann nicht gut gehen. Soll man andere den Maßstab anlegen lassen? Auch das ist nicht im Sinne des Evangeliums. Bleibt nur das "Innewerden", das "Auf-Sich-Besinnen", als Möglichkeit, über das eigene Verhältnis zu Gott nachzudenken und, falls nötig, Konsequenzen zu ziehen.

Thema

Gott und Mensch

Jes 5, 1-7

1 Wohlan, ich will von meinem lieben Freunde singen, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg. Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fetten Höhe.

2 Und er grub ihn um und entsteinte ihn und pflanzte darin edle Reben. Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter und wartete darauf, dass er gute Trauben brächte; aber er brachte schlechte.

3 Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer Judas, zwischen mir und meinem Weinberg!

4 Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während ich darauf wartete, dass er gute brächte?

5 Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, dass er kahl gefressen werde, und seine Mauer soll eingerissen werden, dass er zertreten werde.

6 Ich will ihn wüst liegen lassen, dass er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und will den Wolken gebieten, dass sie nicht darauf regnen.

7 Des HERRN Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.

Andacht der Woche

Glaube – leider nicht selbstverständlich

Hand aufs Herz: Würdet Ihr für Ihren Glauben ins Gefängnis gehen? Oder Einschränkungen in der Berufswahl oder Nachteile für Eure Familie in Kauf nehmen? Die Konfirmandinnen und Konfirmanden schauten mich etwas geschockt an als ich sie das zu Beginn der Einheit über das Glaubensbekenntnis gefragt habe.

Denn Gott sei Dank stellt sich diese Frage für uns nicht – oder nicht mehr. Millionen von Menschen auf der ganzen Welt geht es da anders. Für sie ist das Bekenntnis zum christlichen Glauben nicht so einfach möglich. Sie werden daran gehindert, Gottesdienst zu besuchen oder gemeinsam mit anderen Menschen die Bibel zu lesen und über die biblischen Texte zu diskutieren.  Nicht wenige müssen um Leib und Leben fürchten, wenn sie öffentlich sprechen: 

 „Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen…“ 

Die Jugendlichen haben sich die einzelnen Passagen während der Konfi-Einheit genauer angeschaut und die Geschichte der Worte recherchiert. Sie waren erstaunt, wie alt diese Worte sind und wie viele Generationen vor uns sie schon gemeinsam im Gottesdienst gesprochen haben.  Und was alles hinter den Worten steht, die uns vertraut und fremd zugleich sind.

Und mehr und mehr ging es den Konfirmandinnen und Konfirmanden nicht mehr darum zu feilschen, ob sie das Glaubensbekenntnis denn wirklich Wort für Wort auswendig lernen müssten. Sondern es wuchs ein Bewusstsein dafür, was es bedeutet, diese Worte zu sprechen, die uns verbinden mit den Menschen, die vor uns geglaubt haben. Und mit all denen, die ihren Glauben nicht frei bekennen dürfen. 

Sie alle schließen wir ein, wenn wir gemeinsam bekennen: 

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

Amen.

Pastorin Riikka Hinkelmann

Liturgische Farbe

Liturgische Farbe Violett - Bild von Erich Grün

Violett  - Mischfarbe von Himmel (blau) und Erde (rot) bestimmt die Bußzeiten als Zeiten aktiven Wartens auf eine neue Zeit und eine bessere Welt (Adventszeit, Passionszeit, Buß- und Bettag)

Bild: Sammlung Erich Grün                  

© Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Text: Grethlein, C./Ruddat, G.: Liturgisches Kompendium

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Erfahrungen des menschlichen Alltags, aus dem Glauben gedeutet - Eine Reihe zum kurzen Innehalten im schnellen Lauf der Zeit - Autorin: Martina Kreidler-Kos.

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Morgenandacht

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Zum 75sten Todestag von Hans und Sophie Scholl und Christoph Probst erzählt Robert Zoske von drei Freiheitskämpfern der Weißen Rose.

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Wochenlied

Wenn wir in höchsten Nöten sein (EG 366)

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